Vorgeschichte

260 Millionen Jahre vor unserer Zeit: Vor dieser für uns Menschen unvorstellbar langen Zeit, gab es im Gebiet des heutigen Hunsrücks von der Nahe bis zur Saar gewaltige Vulkanausbrüche. Mächtige Lavaströme flossen aus und bedeckten hunderte von Quadratkilometern. Irgendwann, nach vielen tausend Jahren, erlischt der Vulkanismus. Danach dringen in die erstarrten, häufig blasenreichen basaltischen Gesteine heiße, wässrige Lösungen ein. Langsam verdunstet das Wasser und was gelöst war, kristallisiert aus. Es bilden sich die Edelsteine, für die Idar-Oberstein und seine Umgebung heute noch berühmt sind: schön farbig gebänderte Achate, bunte Jaspise, Amethyst und viele andere Mineralien.

Danach herrscht für sehr lange Zeit Ruhe, Pflanzen besiedeln die Lavagesteine und das Leben kehrt langsam zurück. Saurier und viele andere Tiere bevölkern die Täler des Hunsrückgebirges, das ursprünglich einige tausend Meter in den Himmel ragte.

ca. 3000 Jahre vor unserer Zeit: Erste menschliche Besiedlung des Hunsrücks durch die Kelten.


Ortsgeschichte (n.Chr.)

ca 1400: Erster Abbau der heimischen Edelsteine und ihre Bearbeitung mit Hilfe der Wasserkraft an den Sandsteinrädern im Spätmittelalter.
ab 1830: Die Edelsteinfunde nehmen ab, deshalb Auswanderungswelle aus dem kargen und armen Hunsrück in den Süden Brasilien, den Rio Grande do Sul, bis heute das weltweit größte Fundgebiet für Achate.
ab 1840: Erste Versteigerung brasilianischer Achate in Idar-Oberstein und in den Jahren danach die Errichtung vieler neuer Wasserschleifen zum Schleifen von Quarz (hauptsächlich Achat, Jaspis, Bergkristall, Amethyst und Citrin).
Wasserschleife Wasserschleife Innenansicht

Wasserschleife von Aussen und Innen


Firmengeschichte

1875: Peter Ruppenthal eröffnet eine Edelstein-Gravierwerkstatt in Leisel bei Idar-Oberstein.
Bild von Peter Ruppenthal Gemme graviert von Peter Ruppenthal

Gravur von Peter Ruppenthal

1890: Gründung der Firma A. Ruppenthal nach Einstieg in das Exportgeschäft. Erweiterung des Sortiments, darunter auch der Handel mit technischen Steinen (u.a. Achatmörser, Spatel, Zahnarztinstrumente), sowie für die Bijouterie(Schmuck-) Fabriken. Aufschwung des Handels durch die großen Opalfunde in Australien ab 1880.
1895: Direktexporte des sogenannten Afrikanischen Geldes nach Westafrika (roter Achat, Karneol, nach Senegal und Nigeria) und mit schwarz-weißen Achaten in deno stafrikanischen Raum (Khartum und Ondurman im Sudan) und nach Arabien (Medina, Mekka und Dschidda).
1912: Neugründung der Fa. A. Ruppenthal durch Albert Ruppenthal. Vor allem nach dem 1. Weltkrieg Ausweitung des Exporthandels nach Fernost sowie nach England und in die USA (Edelsteinketten, Achatmurmeln, sogen. Klicker, und vieles mehr). Nach 1920 kommen andere, härtere Edelsteine dazu, wie z.B. Turmalin und Edeltopas aus Brasilien oder Saphire aus Australien. Schon vor dem Krieg und bis heute regelmäßige Messebeteiligungen (u.a. Leipzig, Basel, Hannover, Frankfurt, München).
Bild von Albert Ruppenthal
1947: Paul Ruppenthal wird Teilhaber und führt nach dem Tod seines Vaters 1959 die Firma allein weiter.
Bild von Paul Ruppenthal
1963: Neubau in der Mainzer Straße 104 mit vielen Ausstellungs- und Verkaufsräumen. Eigene, große Schleifereien (Glatt- und Facettenschliff sowie für Diamanten) und Goldschmiedewerkstatt.
Schleife der Firma A. Ruppenthal
1970: Die Söhne Albert und Michael werden in 4. Generation als Teilhaber aufgenommen. Starke Ausweitung des Geschäfts durch zahlreiche in- und ausländische Verkaufsbüros sowie Einkaufsbüros in Japan, Thailand und Hongkong.
1992: Paul Ruppenthal, der die Fa. A. Ruppenthal zu einem der weltweit bekanntesten und größten Edelsteinunternehmen führte, stirbt im November.
1994, 2006:
Die Söhne von Albert Ruppenthal treten in 5. Generation in die Firma ein. Weiterhin starke Messepräsenz, Verkaufstage in den firmeneigenen Büros sowie eigene Messen in Idar-Oberstein.
1999: Ausweitung des Geschäfts durch den Vertrieb im Internet (ausschließlich an den Fachhandel), der sich vorausschauend als wichtige Stütze erweist und bis zum heutigen Tag ständig erweitert und ausgebaut wird.
2003: Albert Ruppenthal wird alleiniger Inhaber der A. Ruppenthal KG.

Ausblick

Heute werden in Idar-Oberstein und Umgebung nur noch höherwertige Edelsteine geschliffen.
Einfache oder kleine, kalibrierte Steine, Kugeln für Edelsteinketten oder einfache Gravuren werden
auf Grund des niedrigen Lohngefüges fast nur noch in Asien produziert; hauptsächlich in Indien, Taiwan
oder China. Hier kann die Idar-Obersteiner Industrie schon länger nicht mehr mithalten. Dagegen sind
Qualitätsschliffe und feine Gravuren immer noch eine besondere Stärke Idar-Obersteins. Insgesamt hat
sich gegenüber früher der Handel stärker ausgeweitet, was bei der Fa. Ruppenthal stets in besonderem
Maße der Fall war und ist.

Und etwas war schon immer so und wird es wohl immer bleiben:
Der weltweite und internationale Edelsteinhandel über alle Grenzen hinweg.

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